Das habe ich lange geglaubt.
Ich dachte: Wenn ich mich anstrenge, gute Ergebnisse liefere und wirklich etwas leiste, dann wird das gesehen und irgendwann auch honoriert.
Ich durfte lernen: So funktioniert es leider in der Realität nicht automatisch.
Gute Arbeit spricht nicht immer für sich.
Vor allem dann nicht, wenn niemand davon weiß.
Der Hürde der Selbstdarstellung
Diese Erkenntnis fiel mir schwer. Denn Sichtbarkeit fühlte sich für mich lange nach Selbstdarstellung an. Nach Angeberei.
- Über eigene Erfolge sprechen? Unangenehm.
- Sich positionieren? Warum?
- Das Ergebnis ist doch da.
Besonders gemerkt habe ich das, als ich angefangen habe, auf LinkedIn zu posten. Mein erster Gedanke war nicht: „Endlich kann ich meine Expertise zeigen.“
Sondern:
„Habe ich denn überhaupt etwas zu sagen?“
„Interessiert das denn überhaupt jemanden?“
„Werden nicht alle denken, sie ist wohl eine Selbstdarstellerin?“
Alles in mir hat sich erstmal dagegen gesträubt.
Warum Sichtbarkeit im Beruf und Eigenmarketing kein Selbstzweck sind
Heute sehe ich das anders. Ich habe verstanden, dass es einen Unterschied gibt zwischen sich wichtig machen und seine Arbeit sichtbar machen.
Und auch die Forschung zeigt, dass das relevant ist: Studien zur Self-Promotion zeigen beispielsweise, dass Frauen ihre eigene Leistung selbst bei objektiv gleicher Performance zurückhaltender darstellen als Männer.
Mein Learning daraus?
Ich muss nicht darauf warten, entdeckt zu werden.
Leistung zeigen und Perspektiven teilen
Heute erzähle ich, woran ich arbeite:
- Ich teile, was ich gelernt habe.
- Ich zeige Ergebnisse.
- Und ich äußere meine Perspektive.
Nicht, weil ich plötzlich Selbstdarstellung liebe. Sondern weil ich verstanden habe: Leistung ist das eine. Sichtbarkeit dafür zu schaffen, das andere.
Und vielleicht ist genau das die Frage, die ich mir früher hätte stellen sollen:
Wie soll jemand wissen, was ich kann, wenn ich nie darüber spreche?
Das ist eine Sache, über die ich im Laufe meines Berufslebens meine Meinung geändert habe.
