Auf der linken Seite befindet sich eine schwarze Fläche mit dem großen, weißen Zitat: „Ein teures IT-System wird nicht besser, nur weil es teuer war. Für Karriereentscheidungen gilt dasselbe“ Unten links steht in weißer Schrift der Name Katrin Winkler. Die rechte Bildhälfte geht in geschwungener Form in eine Nahaufnahme über. Das Porträt zeigt Katrin Winkler vor dunklem Hintergrund im Porträtausschnitt mit dezentem Lächeln und auffälligen, goldfarbenen Ohrringen

Bleiben oder gehen? Wenn vergangene Investitionen Entscheidungen bestimmen

Bleiben oder gehen?

Das ist eine der schwierigsten Entscheidungen.

Viele treffen sie allerdings auf der falschen Grundlage.

„Ich kann jetzt nicht aufhören. Ich habe schon so viel investiert.“

Zeit. Energie. Geld. Reputation.

Genau das ist der Denkfehler.

Was ist die Sunk Cost Fallacy?

Ökonomen nennen ihn Sunk Cost Fallacy: Wir halten an einer Entscheidung fest, weil sie uns bereits viel gekostet hat oder weil wir schon sehr viel investiert haben und nicht, weil sie uns künftig weiterbringt.

Das begegnet uns ständig.

Ein Unternehmen hält an einem IT-System fest, weil die Einführung Millionen gekostet hat. Obwohl jeder weiß, dass es Innovation bremst.

Eine Führungskraft bleibt in einer Rolle, die längst keine Entwicklung mehr bietet. Nicht, weil sie die richtige ist, sondern weil bereits zehn Jahre investiert wurden.

Ein Projekt wird weiter finanziert, obwohl niemand mehr erklären kann, welchen strategischen Beitrag es eigentlich noch leistet.

Die entscheidende Frage

Die bessere Frage lautet deshalb nicht:

„Was habe ich bereits investiert?“

Sondern:

„Würde ich heute, mit dem Wissen von heute, dieselbe Entscheidung noch einmal treffen?“

Wenn die Antwort NEIN lautet, ist das bereits eine Antwort.

Entscheidungen in Zeiten eines selektiveren Arbeitsmarktes

Gerade jetzt, wo der Arbeitsmarkt wieder deutlich selektiver geworden ist, beobachte ich, dass viele aus Unsicherheit bleiben. Das ist nachvollziehbar.

Aber Unsicherheit allein macht eine Entscheidung nicht richtig.

Gleichzeitig erleben wir, dass Unternehmen ihre Investitionen kritischer hinterfragen und sich konsequenter von Projekten oder Technologien trennen, die keinen Mehrwert mehr schaffen.

Vielleicht sollten wir bei Karrieren dieselbe Frage stellen wie bei Investitionen:

Bringt mich das, woran ich festhalte, wirklich noch weiter oder halte ich nur daran fest, weil Loslassen sich wie ein Verlust anfühlt?

Der Impuls

Der Impuls zu diesem Post stammt aus einem Gespräch mit Seth Godin im Mel Robbins Podcast. Nicht die Antwort fand ich spannend. Sondern die Frage.