Dieses Bild vermittelt durch seine leuchtenden Farben eine sehr vitale und dynamische Stimmung. Auf der rechten Seite befindet sich ein Hintergrund mit einem frischen Farbverlauf von Türkis nach Smaragdgrün. Darauf steht in weißer, serifenloser Schrift das Zitat: „Neugier, Energie und Begeisterung sind kein Zufall. Sie entstehen dort, wo Menschen gestalten dürfen“. Ganz unten ist wieder der Name Katrin Winkler platziert. Die linke Bildhälfte zeigt die Frau in einem dynamischen Porträt, das in eine geschwungene, runde Form eingefasst ist. Sie trägt ein langes, smaragdgrünes Kleid mit feinem Muster und hat die Arme voller Energie nach oben gestreckt. Sie lacht freudig in die Kamera. Der Hintergrund hinter ihr ist kontrastreich gestaltet, mit einem kräftig orangefarbenen Sofa und modernen roten Lichtakzenten an der Wand. Die gesamte Komposition strahlt pure Lebensfreude und Tatendrang aus.

Intrinsische Motivation: Warum Energie nichts mit ADHS zu tun hat

Wenn Energie plötzlich ein Problem wird

Letzte Woche wurde ich zweimal gefragt, ob ich ADHS habe.

„Du hast so viel Energie.“
„Du machst so viele Dinge gleichzeitig.“

Ein kurzer Moment des Nachdenkens und dann war klar:
Die Frage geht am Kern vorbei.

Sie verpasst das eigentliche Thema und steckt etwas Positives vorschnell in ein negativ besetztes Label.

Denn das, was hier beschrieben wird, ist gut erforscht und hat einen klaren Namen: intrinsische Motivation.


Was intrinsische Motivation wirklich bedeutet

Intrinsische Motivation beschreibt die natürliche Tendenz, verstehen zu wollen, Neues zu entdecken und sich weiterzuentwickeln.

👉 Energie
👉 Neugier
👉 Begeisterung

Das sind keine Zufälle. Sie sind die logische Folge innerer Motivation.

Die zugrunde liegende Theorie wurde unter anderem von Richard M. Ryan und Edward L. Deci entwickelt:


Die falsche Frage

Die entscheidende Frage ist nicht:

„Was stimmt mit dieser Energie nicht?“

Sondern:

Wie entsteht intrinsische Motivation und wie können wir sie gezielt fördern?


Wie intrinsische Motivation entsteht

Energie folgt Sinn

Wenn klar ist, warum etwas relevant ist, entsteht Kraft.
Nicht jede Aufgabe muss Spaß machen aber sie muss anschlussfähig sein an ein Ziel, eine Wirkung oder einen inneren Antrieb.


Neugier braucht Raum

Wer nur abarbeitet, entdeckt wenig.
Neugier entsteht dort, wo Fragen erlaubt sind, Umwege nicht sofort als ineffizient gelten und Menschen ausprobieren dürfen.


Begeisterung wächst durch Resonanz

Die richtigen Gespräche, kluge Impulse und inspirierende Menschen verstärken Energie.
Begeisterung entsteht selten isoliert sie braucht Austausch.


Aktivität erzeugt Energie

Motivation entsteht oft erst im Tun.
Ein kleiner Anfang reicht häufig, um Dynamik zu entwickeln.


Autonomie ist der Schlüssel

Wer Gestaltungsspielraum hat, erlebt sich als wirksam.
Und genau das stärkt intrinsische Motivation nachhaltig.

Dieses Prinzip spielt auch in modernen Leadership-Ansätzen eine zentrale Rolle etwa im Kontext von Führung und Selbstverantwortung.

Was das für Führung bedeutet

Vielleicht sollten wir aufhören, Energie reflexartig zu problematisieren.

Und stattdessen beginnen zu verstehen, unter welchen Bedingungen sie entsteht.

Gerade für Führungskräfte liegt hier ein zentraler Hebel:
Wer intrinsische Motivation fördert, steigert nicht nur Leistung, sondern auch Zufriedenheit, Lernfähigkeit und Innovationskraft.


Fazit

Energie ist kein Problem.
Sie ist ein Signal.

Die entscheidende Frage ist nicht, wie wir sie einordnen.
Sondern wie wir die Bedingungen schaffen, unter denen sie entsteht.