Die linke Seite besteht aus einem tiefblauen Hintergrund, auf dem in weißer Schrift das Zitat steht: „Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, entsteht selten aus fehlender Leistung, sondern aus früher Prägung“. Am unteren linken Rand findet sich der Name Katrin Winkler. Rechts ist die Frau zu sehen. Sie blickt mit einem sanften, wissenden Lächeln direkt in die Kamera. Sie trägt ein hellblaues Oberteil mit einem Blumenmuster in Weiß, Schwarz und roten Akzenten sowie helle, glänzende Ohrringe. Ihr dunkles, gewelltes Haar rahmt ihr Gesicht ein, während der Hintergrund hinter ihr in warmen, unscharfen Brauntönen gehalten ist.

Nicht gut genug fühlen: Warum Frauen ihre Leistung systematisch unterschätzen

Ein Gefühl, das viele kennen

Ich habe lange geglaubt, nicht gut genug zu sein.

Und das war kein kurzer Zweifel, kein situativer Moment.
Es war ein Gefühl, das mich über Jahre begleitet hat – leise, aber konstant.

Dieses innere Hinterfragen:

  • Ob andere nicht eigentlich kompetenter sind
  • Ob das, was ich leiste, wirklich ausreicht
  • Ob ich mich vielleicht überschätze – obwohl ich mich in Wahrheit eher unterschätzt habe

Heute weiß ich: Dieses Gefühl ist kein Einzelfall.

Warum Frauen ihre Leistung unterschätzen

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, folgt einem Muster, das wissenschaftlich gut belegt ist.

Eine groß angelegte Studie von Christine Exley und Judd B. Kessler zeigt, dass Frauen ihre eigene Leistung systematisch schlechter bewerten als Männer selbst dann, wenn sie objektiv gleich gut sind.

Das bedeutet nicht nur vorsichtigere Formulierungen.
Es bedeutet:

  • geringeres Zutrauen in die eigene Kompetenz
  • kritischere Selbstbewertung
  • zurückhaltendere Einschätzung von Erfolgschancen

Besonders bemerkenswert:
Selbst wenn Frauen genau wissen, wie gut sie waren, bleibt dieser Unterschied bestehen.

Wir sprechen hier also nicht über fehlende Information.
Wir sprechen über ein tief verankertes Selbstbild.

Frühe Prägung statt individuelles Defizit

Diese Muster entstehen nicht erst im Berufsleben.
Sie lassen sich bereits im Jugendalter beobachten.

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ist daher in vielen Fällen kein individuelles Problem, sondern das Ergebnis früher Prägung.

Warum Selbstbild über Karriere entscheidet

So wichtig strukturelle Veränderungen auch sind sie greifen zu kurz, wenn wir die innere Dimension ausblenden.

Solange Frauen dazu tendieren, ihre eigene Leistung geringer einzuschätzen und vorsichtiger zu kommunizieren, entstehen Unterschiede in Karriereverläufen nicht nur durch äußere Barrieren.

Sondern auch durch Wahrnehmung und Verhalten.

Das macht das Thema unbequem aber gleichzeitig unverzichtbar.

Entwicklung ist möglich

Ich habe über die Jahre gelernt, dieses Selbstbild aktiv zu verändern.

Das war kein linearer Prozess und ganz sicher kein Zufall.
Es brauchte:

  • bewusste Auseinandersetzung
  • Reflexion
  • Menschen, die fordern und unterstützen

Heute erlebe ich mich anders: klarer, sicherer, mit einem stabilen Vertrauen in die eigene Kompetenz.

Und genau deshalb weiß ich, wie entscheidend dieser Entwicklungsprozess ist.

Räume für Entwicklung schaffen

Wenn wir wirklich etwas verändern wollen, brauchen wir gezielte Räume für Entwicklung.

Räume, in denen es nicht nur um Fachlichkeit geht, sondern um:

  • Selbstbild
  • Wirkung
  • Positionierung

Programme wie das Women in Leadership Programm an der Kempten Business School setzen genau hier an an der Verbindung von innerer Entwicklung und professioneller Führung.

Fazit

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, ist oft kein persönliches Scheitern.

Sondern ein erlerntes Muster.

Und genau deshalb ist es auch veränderbar.