Letzte Woche sagte ein Teilnehmer in meinem Workshop zum Thema Personal Branding einen Satz, der das Thema auf den Punkt brachte:
“It creates more clarity about my own value and about the things that I bring to the table.”
Genau darin liegt für mich die eigentliche Bedeutung von Personal Branding.
Oft wird das Thema mit Selbstvermarktung, Reichweite oder einer möglichst perfekten Präsenz auf LinkedIn verbunden. Doch bevor wir darüber nachdenken, wie wir wahrgenommen werden möchten, sollten wir eine andere Frage beantworten:
Welchen Wert bringe ich eigentlich mit an den Tisch?
Das klingt einfach. In der Praxis fällt es vielen Menschen jedoch schwer, den eigenen Beitrag klar zu benennen.
- Wir können unsere Position beschreiben.
- Wir kennen unsere Aufgaben.
- Wir können Qualifikationen und berufliche Stationen aufzählen.
Aber können wir auch erklären, was durch unsere Arbeit besser wird?
- Welche Probleme lösen wir besonders gut?
- Welche Wirkung erzielen wir in Teams?
- Wobei suchen andere regelmäßig unseren Rat?
- Welche Werte prägen unsere Entscheidungen?
- Was unterscheidet unsere Arbeitsweise von der anderer Menschen?
Personal Branding schafft Klarheit über den eigenen Wert
Personal Branding hilft uns, genau diese Fragen zu reflektieren.
Es geht nicht darum, sich größer darzustellen, als man ist. Es geht darum, den eigenen Beitrag weder zu überschätzen noch zu unterschätzen.
Denn gute Arbeit ist die Grundlage jeder glaubwürdigen Personal Brand. Aber gute Arbeit wird nicht automatisch gesehen, verstanden oder richtig eingeordnet.
Eine klare Personal Brand schafft deshalb Orientierung:
- für uns selbst, wenn wir berufliche Entscheidungen treffen,
- für Kolleg und Führungskräfte, die unsere Kompetenzen einschätzen,
- und für Menschen, die genau den Beitrag benötigen, den wir leisten können.
Die Forschung beschreibt Personal Branding als einen Prozess, in dem Menschen ihre Kompetenzen, Werte und besonderen Merkmale identifizieren, entwickeln und konsistent kommunizieren (z. B. Gorbatov et al., 2018).
Die eigene Personal Brand entsteht durch Verhalten
Dabei entsteht unser Personal Brand nicht nur durch das, was wir über uns sagen.
Das Branding entsteht vor allem durch das, was andere wiederholt mit uns erleben:
- wie wir kommunizieren,
- wie wir Verantwortung übernehmen,
- wie wir mit Fehlern umgehen,
- wie wir Entscheidungen treffen und
- welche Wirkung unsere Arbeit entfaltet.
Wir können uns also dagegen entscheiden, unsere Personal Brand aktiv zu gestalten.
Wir können aber kaum verhindern, dass andere ein Bild von uns entwickeln.
Die Frage:
„Habe ich eine Personal Brand?“
ist ehrlich gesagt nicht relevant, denn die habe ich sowieso.
Viel wichtiger ist die Frage:
„Entspricht das Bild, das andere von mir haben, der Wirkung, die ich erzielen möchte?“
Personal Branding als Teil beruflicher Entwicklung
An der Kempten Business School ist das Thema Teil all unserer Programme, z. B. im MBA-Programm oder im Women in Leadership Programm.
